Genre: Alternative / Space Rock/ Prog Rock
Veröffentlicht: 12.2.10, als kostenloser Download auf der Website
www.modlife.com/AngelsAndAirwaves
Kurz vor unserem Entschluß diesen Blog zu eröffnen, kam praktischerweise das dritte Album einer Band heraus, deren Werdegang ich seit ihrer Gründung 2005 verfolge, weshalb ich nicht lange überlegen musste, welches Werk Gegenstand meines ersten Reviews wird.
Ambitioniert wie eh und je beschreibt der allseits bekannte Frontmann Tom DeLonge dieses Album als "die größte Veröffentlichung meines Lebens", in deren völlig eigenständige Aufnahme er und seine drei Mitstreiter immerhin auch über 500.000 $ und ein ganzes Jahr Schaffenszeit investiert haben.
Wie bei beiden Vorgängern wird auch auf LOVE recht schnell jedem klar, dass die vier Kalifornier ihre Liebe für ausufernd epische Intros und Outros nicht verloren haben und auch Parallelen zu früheren Werken der Band oder ihrer Mitglieder lassen sich wieder finden. So erinnert einen die markante Basslinie von "Epic Holiday" doch durchaus an "Everything's Magic"(aus I-Empire) und das Gitarrenspiel aus "The Flight Of Apollo" klingt stark nach Boxcar Racer, der früheren Band von Tom und Leadgitarrist David Kennedy. Man kann darüber streiten ob dies nun ein Zeichen für nichtvorhandene Kreativität ist oder einfach die ungetrübte Begeisterung für bestimmte musikalische Ideen, die betreffenden Songs überzeugen jedenfalls in der Regel.
Der typische AvA-Sound wird in ihrem dritten Werk durch verstärkten Keyboardeinsatz und unzählige elektronische Spielereien erweitert, sodass nicht nur mit Songtiteln wie "The Moon-Atomic" oder eben "The Flight Of Apollo" klar deutlich wird, was ein großer Fan des Außerirdischen Tom DeLonge nun einmal ist. Diese Neuerungen sind zum Glück nicht übertrieben, sondern recht passend in die Lieder eingefügt worden, sodass sie deren Wirkung gut verstärken. Insgesamt erzeugen die vollgeladenen Melodien, der unbestreitbar epische Charakter vieler Lieder und auch die unverwechselbare Stimme des Blink-Gitarristen, zumindest bei mir, nach wie vor, ein Gefühl, was man so umschreiben könnte, wie er es in seiner unheimlich bescheidenen Art tat: "Die Musik hört sich an, als ob man den Tränen nahe sei, aber man stößt seine Faust in die Höhe und kann die Welt erobern!". So poetisch und übertrieben es auch klingt, irgendwie hat er doch Recht gehabt.
Leider sind aber die Lyrics diesmal teilweise erschreckend simpel und werden den Melodien in denen sie verpackt sind absolut nicht gerecht. Ähnlich wie in "Breathe" vom Vorgänger wird mit "Clever Love" z.B. ein Liebeslied serviert, dessen Text auch von einem Drittklässler stammen könnte und in etwa so originell ist, wie der Albumtitel an sich. Nach wie vor lässt sich außerdem feststellen, dass sich manche Lieder doch sehr ähneln, aber mein Hauptkritikpunkt, neben den Lyrics, ist ein anderer.Bei einigen Liedern und ganz besonders bei der ersten Single "Hallucinations" steigt die Spannung in den Strophen stetig an, doch sobald der Refrain einsetzt, verschwindet diese fast völlig, anstatt den krönenden Abschluss zu bilden, der meiner Meinung nach, neben den bereits erwähnten Punkten, notwendig ist, damit dieses Album wirklich das Prädikat "Meisterwerk" verdient, den es von seinem Leadsänger verliehen bekam.
Trotz der beschriebenen Schwachpunkte ist LOVE dennoch ein gutes Album (nicht mehr und nicht weniger), das den sehr eigenen Stil der Band fortführt und wenn man dieser Art von Musik nicht völlig distanziert gegenübersteht, kann man es sich durchaus mal guten Gewissens zu Gemüte führen, da man beim kostenlosen Download auch wirklich nur das Album erhält und keinerlei Angaben machen muss, durch die man vielleicht das Privileg erlangen könnte, täglich massenhaft Werbemails zu erhalten.
7,5 / 10
Tracklist:
1. Et Ducit Mundum Per Luce
2. The Flight of Apollo
3.Young London
4. Shove
5. Epic Holiday
6. Hallucinations
7. The Moon-Atomic (...Fragments and Fiction)
8. Clever Love
9. Soul Survivor(...2012)
10. Letters To God, Part II
11. Some Origins of Fire
Daumen hoch ! :)
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