Donnerstag, 25. Februar 2010

Story Of The Year – The Constant





Genre: Rock


Erschienen: 12.02.2010


Page Avenue, das Erstlingswerk der Band aus St. Louis begleitet mich nun schon seit Jahren immer mal wieder durch mein Leben und gehört sicherlich zu einem meiner „Lieblingsalben“, wenn man es denn so genau sagen kann.
Sicherlich, SOTY hatten schon immer den Drang zu leicht pathetischen Lyrics und auch die Musik ist/war an vielen Stellen mainstreamkompatibel, aber das muss ja nichts schlechtes sein! Und so haben es die fünf Jungs geschafft, mich gerade mit Page Avenue, aber auch zum Teil dem danach folgenden „In the wake of determination“ immer wieder zu fesseln. Hymnen wie „Sidewalks“, „Anthem Of Our Dying Day“ oder „Until The Day I Die“ hatten bzw haben großes Hitpotential, gingen ins Ohr und setzten sich fest. Und doch war die Band musikalisch nicht im Durchschnitts-Rock Bereich anzuordnen, ein gesundes Maß Härte hier und da und die außergewöhnliche Stimme Dan Marsalas versüßten das Hör-Erlebnis.

Leider muss ich sagen, dass das dritte Album „The Black Swan“ still und stumm an mir vorbeizog und ich deswegen umso überraschter war, mit „The Constant“ schon auf das zweite für mich neue Album zu stoßen. Ich war gespannt. Was waren Story of The Year mit den letzten zwei Alben für einen Weg gegangen? Hat man sich zugunsten des Erfolges angepasst? Ist man weiterhin den eigenen Weg gegangen? Oder ist man gar zurück zu den Wurzeln gegangen und setzt mehr auf Härte? Fragen über Fragen die es zu beantworten galt.

Der Name des Openers „The Children Sing“ verhieß für mich dann jedoch schon mal nichts Gutes – und tatsächlich wird mit einem unglaublich kitschigen und nervtötenden Kinderchor begonnen, der sich auch durch den ganzen, absolut durchschnittlichen Song zieht. Ideenreichtum ? Fehlanzeige. Alles schon tausend mal da gewesen und sicher auch schon bei weitem besser gemacht. Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend verurteilen, also weiterhören. Es folgt „The Ghost Of You And I“ und ich werde das Gefühl nicht los, das dieser Titel wunderbar zu solch Blindgängern wie My Chemical Romance oder 30 Seconds To Mars passen würde. Und auch dieses Lied setzt sich nicht bei mir fest, auch hier bekommt man durchschnittlichen Stadion-Rock vorgesetzt. Fast habe ich Angst davor weiterzuhören, immerhin mag ich die Band ja eigentlich.

Titel drei heißt „I’m Alive“ und katapultiert sich sowohl mit Titel, Lyrics als auch der Musik an die Spitze der Ideenlosigkeit. Zum ersten mal denke ich wirklich darüber nach, mir den Rest einfach nicht mehr anzuhören. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch wenn sie hier schon im Koma liegt. „To The Burial“. Mmh. Klingt vom Titel her auch nicht besser. Immerhin das treibende Intro, mit dem hymnischen Gesang erinnert zumindest ein wenig an alte Zeiten. Die Strophe legt los und ich traue meinen Ohren nicht. Ein Schrei ! Schnelle Drums und versiertes Gitarrenspiel ! Angepisster Gesang. Es geht ja doch. Sicherlich kein überragendes Lied und auch das etwas unpassende Gitarrensolo kann nicht ganz zufrieden stellen, aber immerhin ein kleiner Lichtblick in diesem bisher stockdüsteren Hör-Erlebnis.

Auch das nachfolgende „The Dream Is Over“ ist etwas schneller und weiß zumindest ansatzweise zu überzeugen. Und doch fehlt mir das besondere Element der ersten Platten. Man hat das Gefühl die Band habe Angst vor Weiterentwicklung und dümpelt deshalb in leider viel zu oft gehörten Gewässern. Aber es kommen ja noch sechs Songs und ich rede mir ein, dass es schon besser wird. Zugegeben, viel schlimmer kann es auch nicht werden.

Denkste. „Remember A Time“ wartet mit unglaublich nervigen Synthesizer Sounds im Hintergrund auf und hat ansonsten auch rein gar nichts zu bieten. Wo ist die Kraft in Marsalas Stimme hin? Und weiter geht’s in diesem Gruselkabinett an mangelnden Ideen. Eine 08/15-Piano-Ballade! So langsam schlägt meine Enttäuschung in Wut um. „One Threw Ate“ heißt der nächste Song. Und auch wenn die geschrieene Strophe eigentlich besser zu gefallen weiß, wirkt das ganze aufgesetzt, so als ob den Jungs selbst auffiel „Hör mal, das bisher ist zu wenig“. Besser macht es das bei weitem nicht, auch wenn das Lied immerhin hörbar ist, ohne dass der Hörer mit übertriebenem Kitsch geekelt wird.

Drei Lieder noch, dann habe ich es hinter mir. „Ten Years Down“ weiß tatsächlich zu gefallen, da ist die Stimme wieder, die ich eigentlich so liebe. Der Song ist etwas schneller gehalten und der Refrain ausnahmsweise mal annehmbar. Gegen Ende geht dem ganzen jedoch die Luft aus. Auch nicht wirklich bessere Kost. „Time Goes On“ ist der vorletzte Titel und ich denke mir nur zustimmend:„gut dass das so ist.“, denn in 6:21 Minuten bin ich endlich durch. Und auch in den nächsten knapp vier Minuten werde ich auf höchstem Niveau gelangweilt, um dann, mit „Eye for An Eye“ nocheinmal überrascht zu werden. Schnell, laut, wütend. Das einzige Lied dass ich mir freiwillig vielleicht noch einmal anhöre. Rettet aber auch nichts mehr.

„The Constant“ ist eines dieser Alben, nach dem sich der Niedergang einer Band vorraussagen lassen lässt. Durchschnittliches Song-Writing, Mangel an Ideen, das kopieren eigener Songstrukturen und vielleicht auch das bestreben, auf MTV in den Charts zu landen bilden einen riesigen Haufen Durchschnitt. Sicherlich, musikalisch ist das Album in Ordnung und es ist auch in einem gewissen Maße hörbar, langweilt aber von vorne bis hinten.
Schade !

3/10

Tracklist:

1. The Children Song
2. The Ghost Of You And I
3. I’m Alive
4. To The Burial
5. The Dream Is Over
6. Remember A Time
7. Holding On To You
8. Won Threw Ate
9. Ten Years Down
10. Time Goes On
11. Eye For An Eye

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