
Genre: Akustik/Folk/Punk
Erschienen: 11.09.2009
http://www.frank-turner.com/
Zugegeben, Singer/Songwriter-Releases gibt es in letzter Zeit wie Sand am Meer und sie finden auch starken Anklang, was nicht erst ein Verdienst von Ex-Hot Water Music Frontmann Chuck Reagan ist.
Mit Frank Turner trat 2006 jemand auf den Plan der, ähnlich wie Reagan, eine härtere Vergangenheit hinter sich hat. Als Sänger der britischen Punkband Million Dead hat der in Bahrain geboren und in Winchester/London aufgewachsene Turner schon immer politische Statements abgegeben und versucht, die Menschen, die seiner Musik lauschen, zum nachdenken zu bewegen. Doch auch zu dieser Zeit schon kam des Öfteren Turners Leidenschaft für ruhige Akustik-Stücke zum Vorschein. So war es eigentlich wenig überraschend, dass Turner, der übrigens ein Geschichts-Studium an der London School of Economics abgeschlossen hat, sich nach der Auflösung von Million Dead solo versuchen würde.
„Poetry Of The Deed“ ist sein drittes Full-Length, nach “Sleep Is For The Week” (2007) und “Love Ire & Song” (2008). Und obwohl er im Jahrestakt neue Alben herauszubringen scheint, verkauft er sich nicht oder brennt gar aus.
Seine Musik lässt sich am besten mit dem Titel seiner ersten EP beschreiben, die sich sinnigerweise mit „Campfire Punkrock“ betitelte. Denn genau das ist die Musik die man vorgesetzt bekommt: Ruhige Akustik-Stücke, die Lagerfeuer-Atmosphäre verbreiten, aber trotzdem massig Statements in Sachen Gesellschaft vom Stapel lassen.
Nimmt man alleine die Endzeile des Stückes „Sons Of Liberty“, dessen Name schon äußerst viel sagend ist, so merkt man sofort, dass es nicht Turners Absicht scheint, 08/15 - Schnulzen zu schreiben. „Because a man who’d trade his liberty for a safe and dreamless sleep / doesn’t deserve the both of them, and neither shall he keep.” heißt es da, und das mag für den einen oder anderen schon starker Tobak sein. Und doch ist es nur die Intonierung der Gedanken eines einfachen Mannes, der schon immer etwas bewegen wollte. Und eindeutig, seine „Punk-Vergangenheit“ findet starken Einfluss in sein Songwriting, so dass dieses auch bisweilen etwas derbe herüber kommt.
Turner ist ein Mann des Volkes, was alleine dadurch deutlich wird, dass er in den letzten fünf Jahren über 700 (!) Konzerte mit Band und solo gespielt hat, ständig auf Tour scheint. Doch er hat einen Heidenspaß daran, das Publikum anzuheizen und seine eigenständige Meinung zu verkaufen.
Für die Aufnahmen seines dritten Albums hat sich Turner dann jedoch Verstärkung geholt und wurde von einer Band unterstützt, deren Einflüsse, zB durch Klavierklänge zwar dezent und unterschwellig sind, die Musik aber nochmals interesannter machen.
In „Poetry Of The Deed“ setzt Turner seinen Erfolgsweg nahtlos fort: Eingängige Melodien und Songwriting, dass von banalen Alltagssituationen bis zu politischen Themen und Turners Selbsteinschätzung reicht bilden ein wirklich interessantes und durchweg hörbares Country/Folk/Punk Album, eines Mannes, der seiner Meinung nie müde wird.
8/10
Tracklist:
1. Live Fast Die Old
2. Try This At Home
3. Dan's Song
4. Poetry Of The Deed
5. Isabel
6. The Fastest Way Back Home
7. Sons Of Liberty
8. The Road
9. Faithful Son
10. Richard Divine
11. Sunday Nights
12. Our Lady Of The Campfire
13. Journey Of The Magi
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